Brainstorming war gestern. Heute lassen wir Taten sprechen.

„Der Worte wurden genug gewechselt. Lasst Braten, äh, Taten folgen.” So beendete mein Chef damals in Chile mit einem Schmunzeln gerne Besprechungen. Dann schwang ich mich wieder in den Sattel und trabte, in Gedanken das Geplante sortierend, hinaus in die gigantische Weidelandschaft vor den schneebedeckten Vulkanen der Anden.

Auftrag an den Coach: alle Mitarbeiter marschieren klar in eine Richtung

Wie lässt sich das mit einer Einzelmaßnahme bewerkstelligen? Gar nicht.
In einer Einzelmaßnahme diese Anforderung umzusetzen ist nicht möglich. Es funktioniert nur im Zusammenspiel mit der Existenz einer klaren Richtung, dazu passender Haltung und Verhalten der Führungskräfte an jedem einzelnen Tag. Und dazu passenden kontinuierlichen Coaching-Einzelmaßnahmen.

Doch nehmen wir einen echten Praxisfall, bei dem die Anforderung exakt so formuliert wurde.

Auch hier konnten die Mitarbeiter am täglichen Verhalten ihrer Führungskräfte und der Kommunikation die Zielrichtung feststellen. Sie erfahren in großen und mehreren kleinen 4-Augen-Gesprächen (Personalentwicklungsgesprächen) was von ihnen persönlich erwartet wird, wo ihre Chancen sind und was es zu lernen, zu beachten und zu vermeiden gilt. Die dafür notwendigen Abläufe und Zuständigkeiten sind gerade in Zeiten der Veränderung, wenn mehr Mitarbeiter eingestellt werden, zu einer neuen Zielrichtung passende Aufträge akquiriert werden und die Zusammenarbeit mit Lieferanten aktualisiert werden, zu justieren.

Bloß wie lässt sich herausfinden, welche verborgenen Hindernisse es gibt und ob alle mit ihren persönlichen Werten und damit Motiven hinter dem gemeinsamem Ziel stehen?

Dazu bedienen wir uns auch(!) der Dynamiken, wie wir sie aus der Aufstellungsarbeit kennen:

  1. Wir finden einen Ort oder Raum und gestalten die passende Kulisse, die zur aktuellen Situation im Unternehmen oder Team passt. Das „begehbare Bild” das so entsteht, vermittelt jedem ohne Erklärung, die Botschaft, wohin es im Unternehmen geht. Das kann im Lager, vor dem Firmeneingang, im Großraumbüro, auf der grünen Wiese usw. sein. Die Kulisse kann mit allem gestaltet werden, das zielführend ist: Bestuhlung, Bühne, Wurstkessel, Gemüsegrill, alkoholfreie Bar, arrangierte Fahrzeuge, Bodenmarkierungen usw.
  2. Die passende Hinführung zum Thema gibt Arbeitshilfen, Vereinbarungen zum Verhalten, Vertraulichkeit usw. Zudem öffnet sie mit ein bis drei Fragen die Gedanken der Teilnehmer. Diese Fragen betreffen das Unternehmen, sein Marktumfeld, die Branche usw.
  3. Der Aufstellungsraum wird gemeinsam erkundet, die Funktionsweise von Gegenständen und Markierungen erklärt. Alle Fragen dazu werden beantwortet.
  4. Entsprechend der Zielformulierung beantworten die Teilnehmer Fragen zu ihrer Unternehmens- und Teamsituation, zu den Herausforderungen oder ihrem persönlichen Werdegang und Zielrichtung. Während der Beantwortung bewegen sich die Teilnehmer frei in der Kulisse und nehmen letztlich den Platz ein, der ihrem Gefühl nach am besten ihre Antwort unterstreicht.
  5. Der Coach kann durch seine Fragen an einzelne Teilnehmer interne und externe Hindernisse, Motivationen, Vorbehalte usw. aufspüren. Z.B. „Was müsste sich in ihrem Aufgabenbereich ändern, damit sie einen Schritt weiter nach XY gehen könnten?”
  6. Der Coach bzw. ein Assistent dokumentiert Aussagen, Verhalten, Positionen, Reaktionen, Dynamiken.
  7. Je nachdem wie sich die Szenerie entwickelt, variiert der Coach die Intensität der Fragen, bleibt betont lange bei einem Thema, bis sich endlich Blockaden lösen, springt zwischen Fragestellungen, um festgefahrene Situation zu lösen oder bestimmte Denk- und Betrachtungsweisen zu provozieren.

Wie alle meine Vorgehensweisen (Tools) funktioniert auch dieses nur in einem vertrauensvollem Milieu,
das an echtem Fortschritt interessiert ist.

  1. Vertrauen: Nur wenn sich alle sicher sein können, dass keine offenbaren und verborgenen Sanktionen zu befürchten haben, ist mit wertvollem Input zu rechnen (Partizipative bzw. Psychologische Sicherheit)
  2. Vertrauen zum Coach: Die unbedingt neutral-fördernde Rolle und innere Haltung ist ohnehin unabdingbar Voraussetzung um überhaupt wirkungsvoll coachen zu können.
  3. Verbindlichkeit: Nur wenn die Teilnehmer darauf vertrauen können, dass ihre Äußerungen und Bemühungen in echtes Tun (Taten! ;-)) münden, werden sie sich engagieren und nicht hinter dem Berg halten.
  4. Zeit: Auch ein gut eingespieltes Team ohne große interne Querelen, das den Coach bereits kennt und sich auf seine Art einstellen konnte, braucht Zeit. Manches wird erst so nach und nach herausgelassen.
  5. Konzentration: Ein frischer Geist arbeitet lieber. Der mittlere Vormittag eignet sich für den brisantesten Teil der Arbeit am besten. Der Morgen zur Einstimmung der Teilnehmer, der Mittag zum Ausklang und der Nachmittag bereits zur Umsetzung der neuen Erkenntnisse.
Vorteile:
  1. Steigerung der Verbindlichkeit untereinander
  2. Entwicklung einer zielgerichteten, vertauensbasierten Unternehmenskultur (Arbeitgebermarke)
  3. Teambuilding

Fragen dazu? Oder gleich Lust, ein paar Blockaden im Team zu lösen, damit Herausforderungen auch gemeistert werden können? Anruf genügt.

Gute Zeit & Beste Grüße!

Jörg Romstötter

Ein Buch, zum Weiterdenken. Hier für Dich.

Das-vergessene-Wunder