Denktag. Fitdenken für Business und Leben.

Ein befreundeter ehemaliger Profisportler verriet mir einmal:
Was ist der Unterschied zwischen Profi und Amateur?
Der Profi trainiert die harten Einheiten härter als der Amateur und die ruhigen Einheiten macht er ruhiger; die Regeneration intensiver als der Amateur.

Wirkungsvolle Macher brauchen Denktage. Keine Ruhetage um sich zu erholen und um ihren anderen Lebensrollen gerecht zu werden. Sondern regelmäßig einen Tag an denen sie sich in Ruhe!!! mit ihren Herausforderungen auseinander setzen können. Einen Denktag eben.

In Ruhe bedeutet. Wirklich in Ruhe. Also zu allermeist an einem Ort an dem Sie sich für gewöhnlich nicht aufhalten. Und – wie könnte es anders sein – diesen Ort finden Sie meist in der Natur. Da ist es nicht nur ruhig, sondern Sie bekommen Kraft, Energie, Frische (oder wie Sie es auch immer gerne bezeichnen). Ja, das ist so. Da ist kein Hokuspokus dahinter. Außerdem Handy aus.

Natur inspiriert. Und je nachdem in welcher Naturlandschaft Sie sich am wohlsten fühlen oder welche Sie am eindrücklichsten inspiriert, dorthin sollten Sie zum Nachdenken gehen.
Für mich sind es die Berge. Anhand der Berge gebe ich Ihnen ein Beispiel, wie die Systematik eines solchen Denktages aussehen kann.

Ich gehe nach oben.
Ich will nach oben. Ich will über mein Problem hinaus.
Ich befinde mich in der Anstrengung, Synonym für Problem
Ich ergehe mich (wörtlich zu nehmen) im Problem, fühle mich in das Problem mit Hilfe unterschiedlicher Körperintensität ein. Körpereigene Drogen werden mobilisiert und ermöglichen eine andere Sichtweise
Ich bin am Berg unterwegs, habe also tatsächlichen Abstand zu meinem Alltag
Ich bin mir bewusst, manches kann ich so nicht sehen, da ich ja zwischen Bäumen und Felsen gehe und mir der Blick genommen ist. Ich muss mich also selbst nicht klein machen und mich als unfähig abstempeln.
Ganz in der „Problemtrance“ erkenne ich Parallelen vom Weg, vom Wetter, von Naturerscheinungen, Begegnungen mit Mensch und Tier.
Meine Erkenntnisse und Gedanken rund um mein Problem notiere ich.

Ich bin oben.
Es ist geschafft, ich bin durch mein Problem gegangen. Ich habe es ausgehalten. Ach wenn mir vielleicht die Lösung noch nicht ganz klar ist. So habe ich ein andere Bewusstsein über mein Problem erlangt.
Der Blick weitet sich. Er ist völlig frei. Mein Herz geht auf. Ich bin erhaben. Ich blicke auf Dinge herab zu denen ich bis vor Kurzem noch sehnend hinaufgeblickt hatte. So wird es mit meinem Problem auch bald sein.

Ich gehe nach unten.
Nach unten den Weg zu finden ist meist einfacher als beim Anstieg. Man hat einen besseren Überblick. Ohne große Kraftanstrengung kommt man gut voran. Es wird, nicht nur gefühlt, potentielle Energie frei. Ich bin beschwingt.
Zwar gehe ich wieder zwischen Felsen und Bäumen und mein Blick ist nicht mehr ganz so frei, doch weiß ich über das was hinter Felsen und Bäumen ist. Ich bin erhaben.
Aus der Leichtigkeit des Erfolgreichen überprüfe ich noch einmal meine Gedanken und Lösungsansätze zu meinem Problem. Jetzt fallen mir konkrete Handlungsschritte ein, die ich sofort notiere.

Analog geht das natürlich genauso in der Ebene. Am „Zielpunkt“, Wendepunkt, Rastpunkt, ist ein sich weitender Blick von Vorteil.

Mit dabei: Notizbuch, Diktiergerät.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Alles Gute!

Ihr

Jörg Romstötter