Klare Position: Wo Du stehst zeigt, was Du wirklich willst.

Strategiemeeting: Die Geschäftsführer sitzen gemütlich bei Kaffee und Keksen. Einsam wartet das Flipchart in der Ecke. Über der Wiese draußen verzieht sich gemächlich der herbstliche Morgennebel. Der Energielevel im Raum bewegt sich zwischen Katerfrühstück und Sonntagsbrunch.
Das Sammeln der Charakteristika für die aktuelle Unternehmenssituation beginnt konzentriert-schwunglos. Jetzt lässt der Coach die Stühle an die Wände stellen. Die Kaffeetassen und Kekse finden auf den Fensterbänken Platz. Der Besprechungstisch wird zum Feldherrentisch. Bereits beim eifrigen Verschieben bunter Karten mit allerlei gefundener Probleme, Einflüsse, Chancen und Stärken (ähnlich SWOT-Analyse) an die richtige Positionen, entsteht eine Spannkraft und kraftvoller Schwung, der nicht von Kaffee und Keksen kommt. Es wird diskutiert, berichtet, ausgeführt, behauptet, hinterfragt, beschwichtigt, konfrontiert, geschwitzt, herumgegangen, tief gebeugt über dem Tisch gebrütet und tieeeef durchgeatmet. Das schleunigst aufgerissene Fenster lässt endlich satt-frische Luft und die mild-wärmenden Sonnenstrahlen herein.

Klare Position für klare Entscheidungen

Die produktive Stimmung beginnt sich abzukühlen. An einer Handvoll Faktoren fährt sich das konzentrierte Ausarbeiten der die Unternehmenssituation beschreibenden äußeren und inneren Bedingungen langsam fest. Ratlosigkeit macht sich auf manchen Gesichtern breit. Arme werden verschränkt und Diskussionsgrüppchen bilden sich. Es wird sich immer mehr vom Tisch und den bunten Karten abgewendet. Zwischen zwei Ziel-Szenarien spaltet sich die Gruppe: ein moderates und ein ambitioniertes Szenario. Jetzt lässt der Coach die beiden Szenarien für alle Anwesenden verständlich formulieren. Dargestellt auf zwei großen Bögen Papier werden diese in zwei sich gegenüber liegenden Raumecken angebracht. Die Geschäftsführer sammeln sich in der Mitte des Raumes. Nach der nochmaligen Beschreibung der beiden Szenarien soll jeder der Teilnehmer zu der Ecke gehen, zu der er sich hingezogen fühlt.

Wie geht die Sache aus?

Die meisten Teilnehmer gehen zielstrebig in die Ecke des ambitionierten Szenarios. Wenige zögern, gehen dann doch in diese Ecke. Die Ecke mit dem moderaten Szenario bleibt unbesetzt.
Es gibt keine Diskussion, es gibt kein Fragen nach dem Warum und Weshalb. Alle nicken nur motiviert oder stehen mit verwunderten Blicken. Offensichtlich nach innen gekehrt, da ihnen plötzlich klar wird, was da soeben geschehen ist.
Das moderate Szenario bleibt unbeachtet links liegen. Die Teilnehmer fokussieren sich in der weiteren strategischen Arbeit auf das ambitionierte Szenario. Es erübrigen sich nun so manche Diskussionen. Das Team marschiert geschlossen in eine Richtung.

Und Monate später?

Das Unternehmen bewegt sich geschlossen auf das ambitionierte Ziel-Szenario zu. Nicht nur die Geschäftsführer, auch die Mitarbeiter wissen wohin es geht. Einzelne sind wieder neu motiviert, andere haben das Unternehmen verlassen, neue Mitarbeiter wissen sofort, was Sache ist.

Nach welcher tieferen Systematik funktioniert das?

Die Systematik lässt sich als faktisch-intuitiv beschreiben.
Faktisch: Alle Teilnehmer verfügen über jahrelange versierte und geprüfte Expertise. Sie wissen unfassbar viel über Marktsituation, Strömungen, Einflüsse, interne und externe Situationen. Alles Parameter, die belegbar oder herleitbar sind.

Intuitiv: Die Verknüpfung all dieser Fakten mit den eigenen Witterungen, Wünschen und Hoffnungen zu einer Aussage ist nur intuitiv möglich. Unsere Kombination aus Geist und Körperbewusstsein kann intuitiv weitaus stimmigere Entscheidungen treffen, als jede noch so gute Analyse und Wahrscheinlichkeitsrechnung, die zudem immer nur vergangenheitsbezogen sein können.

Außerdem: Mit der körperlichen Positionierung, ohne verbale Aussage oder Begründung, zeigt jeder sich und den anderen, wozu er steht bzw. er bereit ist zu stehen. Also Mühen und Risiken in kauf zu nehmen bereit ist. Und gleichzeitig, von was er sich mit aktivem Schritt abwendet. Zögern und unsichere Blicke zeigen jedem deutlich, dass es durchaus noch Gesprächsbedarf gibt. Der auch gut ist, um nicht der Euphorie des Augenblicks auf den Leim zu gehen.
Zudem sind die Teilnehmer gezwungen, die Karten auf den Tisch zu legen. Denn sie müssen ihren Körper, sichtbar für alle, an eine ganz bestimmte Stelle positionieren. Egal, welche taktischen Spielchen sie gewohnt sind zu spielen, hier bekennen sie Farbe.

Was ist, wenn Teilnehmer sich partout nicht positionieren wollen?

Das ist eine fantastische Situation! Denn dann wissen alle Anwesenden, wie es um die innere Haltung der Betroffenen steht. Hier macht sich ein wahrer Strauß an Möglichkeiten des weiteren Vorgehens auf, für den hier leider der Raum fehlt. Nur so viel: An dieser Stelle kann abgebrochen und vertagt werden. Es kann bewusst weitergemacht werden. Es kann und sollte ein 4-Augen-Gespräch des Vorsitzenden mit den Betroffenen umgehend erfolgen. Hier werden verdeckte Bremsen aufgedeckt. Ja, es kann sein, dass der ein oder andere das Unternehmen verlässt. Auch das ist wunderbar für den Betroffenen und das Unternehmen. Denn der Gehende kann sich für ihn stimmigeren Zielen widmen und auch das Unternehmen hat die Chance mit einer Neubesetzung kraftvoller Richtung Zukunft zu schreiten.

Was wurde da veranstaltet?

Hier wurde mit Elementen der Aufstellungsarbeit innere, teilweise unbewusste und auch verborgen gehaltene Motive auf die für alle sichtbare Arbeitsebene gebracht. Wichtig ist hier die folgenden Elemente und die Dramaturgie zu berücksichtigen:

  1. Der Rahmen muss ein weitgehend geschützter sein. Hier übliche Geschäftsführer-Gruppe.
  2. Die Teilnehmer müssen sich sicher sein können, Meinungsäußerung ist gewünscht.
  3. Gleicher Wissensstand für alle. Hier Geschäftsführer-Gruppe und SWOT-Analyse.
  4. Die freie Positionierung der Parameter am „Feldherrentisch” muss für alle gelten.
  5. Ziel-Szenarien für alle verständlich formulieren.
  6. Aufforderung sich zu positionieren mit passendem Wording: „Gehen Sie jetzt in die Ecke, zu der Sie sich hingezogen fühlen.”
Wichtig hier: Die starke Stimmung der Positionierung nicht zerreden. Hier keine Fragen stellen, warum sich jemand an diese Stelle gestellt hat oder dergleichen. In einer anderen Arbeitsebene wird sehr wohl mit Fragen genauer analysiert. Hier jedoch noch nicht.
  7. Fortführen und beenden der Gesamtdiskussion im Bezug auf das eindeutige Ziel-Szenario.
Funktioniert das auch agil?

Gerade im agilen Management ist diese Vorgehensweise äußerst vorteilhaft. Denn es steht völlig frei, welche Szenarien gewählt werden und wie sich positioniert werden soll. Ob diese Szenarien in zwei Jahren, zwei Monaten oder zwei Wochen erreicht werden sollen, spielt keine Rolle.

 

Gute Zeit, jeden Erfolg und viel Natur!

Dein

Jörg Romstötter 

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