Dann und wann nomadisch. Urlaubszeit – Karawanenzeit.

Die Niederländer. Manch einer belächelt sie, wenn sie des Sommers in endlosen Wohnwagenkarawanen unser Land nomadisch durchziehen. Wenn sie des Winters mit schwer bepackten und Dachsarg bestückten Familienkutschen die Alpentäler füllen.

Doch wer zu letzt lacht, …

Die Niederländer sind´s, die dauerhaft zu den glücklichsten Nationen der Welt gehören. Die Griesgrämernation Deutschland dümpelt verdient auf dem 26. Platz unter ferner liefen.

Weshalb das so ist, analysiert die OECD-Studie mit harten Fakten. Nur, wenn ich mit einem Niederländer spreche, dann kommen die mir durchweg sehr entspannt vor.
Nur was war zu erst da? Was bedingt was?
War zuerst der Wohlstand da und die Coolness entwickelte sich daraus, oder waren die Niederländer erst cool und daraus resultiert der wirtschaftliche Erfolg?

Ich glaube, wer ein Griesgram ist, der bleibt es auch, egal wie gut es ihm wirtschaftlich geht. Und eine Frohnatur lässt sich von ökonomischen Dellen nicht aus dem Takt bringen.

Wenn ich mir die Niederländer so ansehe, dann ist es für mich ein ausgesprochen mobiles Volk: ständig mit dem Wohnwagen und dem Fahrrad unterwegs.
Eine alte Weisheit besagt: Wie Innen so Außen, wie Außen so Innen.

Na, und wer körperlich mobil ist, der beeinflusst seine geistige Mobilität. Das würde so Manchem im deutsch-korrekt-und-immer-schon-so-gewesen-Land nicht schaden.

Apropos Wohnwagen und Wohnmobil:
Was hängt bei einem Niederländer immer hinten dran? Genau, mindestens ein Fahrrad.
Was hängt bei einem Deutschen hinten dran, oder fährt am Wägelchen nach? Ein Roller oder ein Motorrad, wenn nicht Auto.

Wohin fahren die Niederländer in den Urlaub? In die Berge und ans Meer, möglichst naturnah am Campingplatz.
Wohin fahren die Deutschen in den Urlaub? In Betonburgen an Massenstrände.

Das zeigt sich 1:1 im Übergewichts- und Fettleibigkeitsreport, ebenfalls OECD
Deutschland        51,4%
Niederlande        47,2%

Noch Fragen?

Also raus in die fremde Region. Wir Menschen brauchen das.
Wir haben über Jahrmillionen vom Weiterziehen gelebt.
Auf zu neuen Ufern, zu neuen Welten.
Abschließen und hinter sich lassen.
Sich für Neues öffnen.

Dann und wann nomadisch macht glücklich, entspannt und bringt Kohle.

Ein sehr schönes Beispiel gibt Dominik Thali mit seiner Tour „Bummeln, Biergärten und Begegnungen in Bayern“ auf dem Fünf-Flüsse-Radweg. Sehr lesenswert!

Alles Gute!

Ihr

Jörg Romstötter