Selbstbetrug: Wie die Fliege am Fenster

Die Fliege rennt seit geraumer Zeit unzählige Male gegen die Scheibe. Sie kann das für sie undurchdringliche Glas der Fensterscheibe nicht sehen. Genauso, wie sie das offene Fenster neben sich nicht sehen kann. Ihr unablässiges Tun hindert sie daran. Würde sie auch nur einen Augenblick innehalten und zwei Dutzend Zentimeter zurück in den Raum fliegen, könnte sie den ungehinderten Durchflug durch das geöffnete Fenster erkennen: Das Tor zu ihren Zielen.

Ich will der Fliege helfen und versuche, sie mit einem Blatt Papier behutsam nach nebenan zum offenen Fenster zu bugsieren. Sie wehrt sich, fliegt um den Papierbogen herum, fliegt von der Scheibe weg, um sich mit vollem Schwung zum x ten Mal an die Scheibe zu werfen. Aua! Was die Fliege tut, ist systematischer Selbstbetrug. Auch, wenn sie nicht versteht, was an ihrem Tun falsch ist.

Wie oft verhalten wir uns wie diese Fliege?

Wie oft rennen wir mit bestem Mut gegen Unüberwindbares an, ohne es zu erkennen? Nicht an Willen, Können und Ausdauer fehlt es uns. Allein uns fehlt die Einsicht, dass unser Tun an exakt dieser Stelle keinen Erfolg haben kann. Nur wenige „Zentimeter” parallel dazu, in die gleiche Richtung sogar, wartet wonach wir uns sehnen.

Der Schritt in die Betrachtung zu gehen, fällt schwer

Uns ergeht es wie der Fliege. Durch unsere Prägung in Kindheit und Gesellschaft gibt es für uns oft nur die Devise: Durchhalten, unablässig weiterkämpfen. Disziplin! Auch wenn wir unsere Kräfte sinnlos verschleißen. Wie die unselige Fliege, die nach Stunden fieberhaftem Kampf auf dem Fensterbrett liegend, matt ihrem Tod entgegen zuckt.
Ebenso wie die Fliege meinen wir, etwas Wichtiges zu verpassen, wenn wir einmal bewusst zurücktreten und unser Tun reflektieren. Vielleicht sogar mit jemandem, der uns Unüberwindliches vor Augen führen und uns dafür neue Optionen aufzeigen kann.

„Irgendwie habe ich mir das ganz anders vorgestellt!”

Abgespannt und müde hetzen wir durch die Tage. Zweifel kommen auf, ob das mit der viel propagierten neuen Life-Balance irgendwann wahr werden kann. Im Gegenteil, scheinen Ton und Umgang in vielen Unternehmen gerade sogar rauher zu werden. Ungeachtet der guten Auftragslage. Doch vielleicht sogar gerade deshalb. Denn wer soll die Auftragsberge wegschaufeln, wenn gute Leute immer schwieriger zu bekommen und zu halten sind?

Es gibt eine Methode, die uns vor dem Fliegen-Schicksal bewahrt

Die Methode nennt sich Denktag. Sie arbeitet mit der Kombination aus Reflexionstechniken und gleichzeitigem Spiel der Ausschüttung unterschiedlicher Hormone. Sie ist vor allem wirksam, wenn wir in der zu behandelnden Thematik sattelfest sind.
Hier nenne ich den ersten Teil der Methode, wie ich sie im Buch „Das vergessene Wunder – Wie wir aus der Natur Kraft, Erfolg und Inspiration schöpfen” beschrieben habe . Die Teile 2 und 3 sowie eine Erweiterung finden sich dort ebenfalls.

„1. Wechsel der Bewegungsintensität
–  Wählen Sie eine Naturlandschaft, in welcher Sie sich gut aufgehoben fühlen.
–  Suchen Sie sich vorab einen Platz aus, an welchem Sie gerne verweilen wollen. Etwa für eine
Pause.
–  Bevor Sie starten, beauftragen Sie sich selbst mit der Findung von Lösungsmöglichkeiten.
–  Starten Sie an einem Punkt, von dem aus Sie zu Fuß etwa eine halbe Stunde bis Stunde zu
diesem Platz brauchen.
–  Gehen Sie in betont wechselnder Geschwindigkeit: in
Zeitlupe, gemächlich, flott, so schnell Sie können.
–  Denken Sie über Ihr Problem nach. Lassen Sie noch alle Lösungsmöglichkeiten außen vor.
Wenn Ihnen bereits jetzt etwas Sinniges einfällt, notieren Sie es sich. Denken Sie sich jetzt ganz
tief in Ihr Problem hinein, ja „ergehen“ Sie sich in Ihr Problem. Wälzen Sie sich darin. Jammern
Sie, heulen Sie, schimpfen Sie, fluchen Sie, kotzen Sie sich so richtig aus.
–  Notieren Sie sich, was Ihnen zu Ihrem Problem ein-
fällt. Oder sprechen Sie es in die Diktierfunktion Ihres Smartphones. Filmen Sie sich.
–  An Ihrem Platz sollten Sie versöhnt mit sich ankommen. Hier machen Sie Pause. Trinken und
essen Sie etwas. Lassen Sie das, was Sie sehen, auf sich wirken. Auch jetzt denken Sie nicht
konkret über eine Lösung nach. Lassen Sie einfach zu, was mit Ihren Gedanken und Gefühlen
geschieht. Was Ihnen merkenswert erscheint, notieren Sie sich.
–  Den Rückweg begehen Sie gemächlich, ganz entspannt. Ob Sie dafür denselben Weg wählen
oder einen anderen, entscheiden Sie ganz nach Belieben. Lassen Sie Ihre Wanderung austrudeln.
Die Gedanken zu möglichen Lösungen, die Ihnen jetzt kommen, lassen Sie fließen und notieren
Sie sich gut. Sollte Ihnen jetzt auch nichts Gescheites einfallen, bleiben Sie locker. Es ist sehr gut
möglich, wenn Sie etwas völlig anderes tun oder eine Nacht darüber geschlafen haben, ist
plötzlich eine stimmige Lösung da.

Fragen Sie:
Welche Gefühle, welche Einstellungen entwickle ich in Bezug auf eine Sache im Laufe von verschiedenen Gemütszuständen? 
Verändert sich meine Meinung, meine Einstellung oder bleibt sie gleich?
Welche Bedenken und Zweifel kommen mir wann?
In welchen Bewegungsintensitäten bin ich zuversichtlicher oder skeptischer?
Wann empfinde ich die größte Klarheit?”

Gute Zeit, jeden Erfolg und viel Natur!

Dein

Jörg Romstötter 

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