Aggression und Gewalt: „Als Chef musst Du ein A…loch sein. Sonst läuft nichts.”

Manchmal sind wir uns sicher, nur mit Gewalt etwas erreichen zu können. Wir hatten damit bereits Erfolg oder haben vom Beispiel anderer gelernt. Aggression und damit Gewalt sind immer ein Zeichen von Frust. Denn wir zeigen diese Verhaltensweisen nur, wenn wir nicht weiterwissen. Doch es gibt immer einen Weg, ohne Aggression und Gewalt seine Ziele zu erreichen.

Aggressives Verhalten ist zum Teil angeboren

Auf die Neigung zu aggressivem Verhalten hat die genetische Komponente einen starken Einfluss.
Gehirnbahnen in Amygdala und Cortex müssen effektiv funktionieren, damit wir bewusst entscheiden können, wie wir mit unseren aggressiven Emotionen umgehen. Ist ihre Funktion eingeschränkt, sind wir nur eingeschränkt Herr unserer Emotionen. Je nachdem was wir Zeit unseres Lebens erfahren und gelernt haben und in welchem Umfeld wir uns bewegen, neigen wir dazu unser Genetisches Erbe positiv zu lenken oder an Gewohntem festzuhalten.

Insgeheim wissen wohl die meisten, wie sehr sie sich selbst dadurch schaden. Doch aus dem Teufelskreis „Ereignis-subjektive Wertung als Angriff-Entscheidung zur Aggression-aggressives Verhalten” auszubrechen ist nicht für jeden leicht.

Wir unterscheiden zwei Arten der Aggression:
  1. Impulsive Aggression
    Im Eifer des Gefechts reagieren wir aggressiv. Menschen, die zu impulsiver Gewalt neigen, haben die Fähigkeit sensibel zu reagieren.
  2. Instrumentelle Aggression
    Hierbei überlegen wir, welche Art von Gewalt wir auf welche Weise anwenden um ein Ziel zu erreichen.
    Menschen, die zu instrumentaler Gewalt neigen, bewerten Gewalt eher als positiv. Sie meinen, dass viele Formen der Gewalt legitim sind und hegen auch keine moralische Abneigung dagegen.

Instrumentelle Aggression und damit aggressives Verhalten wird durch gewalttätige Videospiele und Filme gefördert. Tief in Spiel und Film versunken, üben wir antisoziales Verhalten ein. Um aggressiver und gewaltbereiter als üblich zu reagieren, genügen bereits 25 Minuten Spielkonsum (Engelhardt et al., 2011)

Die Angst, nicht zu genügen

Wieso halten dennoch so viele an Aggressionen fest?

Milieu: Endlich auch mal „Treten” und nicht immer nur einstecken.
Wir wollen dazu gehören. Auch an sich friedfertige Typen können unangemessen über die Stränge schlagen, wenn sie glauben, nur so im Umfeld bestehen und gelten zu können.

Wertekonflikt: Meinen wir in einem Umfeld (meist Beruf) bestehen zu müssen, auch wenn wir unseren bewussten oder meist (!) unbewussten Werte entgegen handeln, wehren wir uns bisweilen heftig. Erst wenn wir erkannt haben, dass wir ein falsches Pferd reiten und umgesattelt haben, können wir uns entspannen und aggressionslos agieren.

Frust: Heftige Reaktionen entstehen zumeist aus Frust. Frustration entsteht, wenn Menschen in ihrer Zielerreichung behindert, oder abgehalten werden, ihr Ziel zu erreichen.

Falsche Ziele: Übersteigerte Erwartungen an das Umfeld oder die eigenen Fähigkeiten haben automatisch Scheitern zur Folge. Wer scheitert ist mit der Angst konfrontiert, seine innig gehegten Lebenswünsche nicht erfüllt zu bekommen. Aggression soll dann das Ruder noch einmal herumreißen.

Verklärtes Idealbild: Unser Selbstbild braucht ehrliches und wertvolles Feedback von anderen, damit es vollständig bleibt. Ohne dieses und vielleicht auch kombiniert mit einem belastenden Erbe, streben wir aus vollster Überzeugung nach etwas das wir nicht sind. Das muss frustrieren, denn die Erfolge stehen in keinem Verhältnis zum Einsatz.

Erbe: Nicht zu genügen, unerwünscht zu sein, seine Bedürfnisse und Gefühle nicht respektiert zu bekommen, lästig zu sein, die falschen Eigenschaften zu haben usw., sind Altlasten, die leider sehr viele aus ihrer Kindheit zeitlebens mittragen. „Jetzt zeigen ich allen, dass ich es kann!” oder „Sie werden mich dafür lieben!” oder „Ohne mich läuft hier nichts!” oder „Ich mache keine Fehler!” oder „Ich bin qua Geburt besser/wertvoller/wichtiger!” sind unmissverständlich Zeichen, wie sehr jemand immer wieder die gleichen, ihm unwürdigen, da verzweifelten, Hebel seiner Kindheit erfolglos einsetzt, die ein einziger Schrei nach bedingungsloser Liebe sind.

Was kannst Du akut tun, wenn Du den Wunsch nach Aggression verspüren
  • Fühlst Du Dich zur Aggression veranlasst, schnaufe tief durch, verlasse den Raum, vertage das Gespräch und frage Dich in ruhigen Minuten, was Dich so sehr auf die Palme bringt.
  • Verändere oder meide Situationen, die Dich aggressiv machen:
    Wie kannst Du Deine Einstellung zu einzelnen Menschen ändern?
    Was könntest Du „Taugenichtse” fragen(!), damit sie sich in Zukunft mehr so verhalten, wie Du es für richtig hältst?
    Teilen Deine Ansichten wenige Auserkorene oder würde es Dir gelingen, weitere Gleichgesinnte zu finden?
Willst Du das nächste Mal Aggression oder Druck anwenden, frage Dich:
  • Es geht nur noch mit Druck?
  • Woher nimmst Du das Wissen, dass es nur mit Druck geht?
  • Welche Informationen lassen Dich dies vermuten?
  • Bist Du Dir absolut sicher, dass es nur noch mit Druck geht?
  • Was ist, wenn Du Dich irrst?
  • Was beweist, dass Du Dich irrst?

Du kannst Dir sicher sein: Wer meint, es funktioniere nur mit Aggression, der steht mit dem Rücken an der Wand. An welcher Wand stehst Du?

Wenn es doch einmal schief gegangen ist, entschuldige Dich sofort!

Solltest Du Dich doch einmal im Ton vergriffen haben, entschuldige Dich umgehend. Denn unabsichtliche Handlungen, genauso wie jene, die wir bereuen, werden selten negativ interpretiert.

Fehler zuzugeben geht nur mit Selbstachtung und hohem Selbstwert

Nur wer sich selbst respektiert, kann anderen Respekt entgegenbringen. Rupert Lay: „Wer andere klein macht, ist selber nie groß. Wer andere groß macht, wächst mit.“ Andere klein zu machen oder ihnen gegenüber unangemessen aggressiv zu sein, zeugt von einem geringen Selbstwert und damit einem Minderwertigkeitsgefühl (Minderwertigkeitskomplex, Alfred Adler)

Selbstwertgefühl: Summe aller unserer Erfahrungen und unser Vertrauen in die Welt.

Wie sehr wir uns dem Leben gewachsen fühlen. Wie sehr wir glauben, es wert zu sein ein glückliches Leben zu führen.

Zu groß kann der Selbstwert nie sein. Denn gerade wer einen großen Selbstwert hat, begegnet anderen immer feinfühliger auf Augenhöhe. Angeberei zeugt von geringem Selbstwert, denn hier muss sich ja wieder jemand über andere erheben.

Erfolgreiche Menschen trauen sich mehr zu, weil sie sich zugetraut haben, erfolgreich zu sein.

Wie unser Selbstwertgefühl gestrickt ist, so handeln wir völlig unbewusst. Durch unser unbewusstes Verhalten steuern wir unser Leben entsprechend unserer innersten Überzeugungen. Glauben wir tief drinnen in uns, wir können nicht glücklich leben, gelingt es uns auch tatsächlich nicht und umgekehrt.

Wir handeln entsprechend unseres Selbstwertgefühls und wie wir handeln, wirkt direkt auf unser Selbstwertgefühl. Wer von sich selbst eine hohe Meinung hat, lässt sich nicht so schnell ins Bockshorn jagen. Und wer länger durchhält, ist auch häufiger erfolgreich, wodurch eine hohe Meinung von sich selbst erwächst. Mit hohem Selbstwert müssen wir anderen und uns nicht ständig etwas beweisen. Wer sich und anderen nichts beweisen muss, hat sich vollständig selbst angenommen.

Ein hohes Selbstwertgefühl ist pure Lebensbejahung und Lebensannahme.

Das kannst Du tun, wenn Du zu Aggressionen neigst und dies beenden willst:
  • Meide gewalttätige Videospiele und Filme
  • Umgib Dich mit mit entspannten Menschen
  • Iss wenig Fleisch und Süssigkeiten
Schluss mit Aggression: Bringe Deinen Serotoninspiegel auf Trab

Das Gewebshormon und Neurotransmitter Serotonin beruhigt uns, lässt uns gut gelaunt sein, macht uns kreativer, regt uns zur Gewichtszunahme an (wobei es aber auch das Hungergefühl reduziert) und stärkt das Immunsystem. Auch hier gibt es bestimmte genetische Variationen, welche die Serotoninfunktion beeinflussen. Es wird demnach zu wenig oder zu spät Serotonin ausgeschüttet. Das hat innere Unruhe, Unausgeglichenheit, und Angst zur Folge, was unsere Aggressivität steigert.

Und so geht´s:

  • Schlafe genug
  • Blicke mind. eine Stunde vor dem Zubettgehen auf keine Bildschirme mehr
  • Sportle regelmäßig: powere Dich regelmäßig richtig aus. Am besten draußen an der frischen Luft.
Verbringe viel Zeit in der Natur!

Allein in der Natur erleben wir uns selbst vollständiger und damit als wertvollen und geliebten Teil der Welt. Das klingt vielleicht recht „spirituell”, ist es jedoch nicht. Probiere es einfach mal aus. Zudem entspannen wir schnell und vollständig. Wir bauen Stresshormone ab. Konkurrenzlos erleben wir uns selbst. Freilich, gerade zu dieser Selbstbegegnung gehört Bereitschaft. Draußen in der Natur ist niemand über den wir uns ärgern könnten. Es sei denn, wir lassen unseren Gedanken die Zügel fahren und drehen uns gedanklich in zermürbenden Kreisen. Erleben wir uns so frei, können wir uns selbst vollständiger annehmen. Auch können wir anderen leichter verzeihen und vergessen, was sie uns angetan haben. Wir erkennen, was uns wirklich wichtig ist und verrennen uns nicht in Ziele, die nicht die unseren sind.

Literatur: „Psychologie” Richard J. Gerrig, 2015, S. 686 ff

Gute Zeit, jeden Erfolg und viel Natur!

Dein

Jörg Romstötter 

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