Teambuilding mal ehrlich: Die Spreu vom Weizen trennen und Rentabilität steigern

„Wir brauchen da mal ein Teambuilding. Was kostet das?” Bitte nicht lachen! So oder mit ähnlicher Fragestellung bahnen sich Aufträge an. Auch wenn der Interessent offensichtlich kostenbewusst agieren will, verschenkt er gerade dadurch die größte Kosten-Nutzen-Wirkung von Teambuilding-Maßnahmen. Die Wahrheit über Teambuilding-Wirkungen und ihre Rentabilität.

Inhalt:
Teil 1 Teamgeist und Kosten-Nutzen-Wirkung steigern mit Herz, Hirn und Hand
Teil 2 14 „Mal ehrlich” – Worauf es bei Teamentwicklungs-Maßnahmen wirklich ankommt
Teil 3 Daran erkennst du einen wirksamen Dienstleister

Teil 1 Teamgeist und Kosten-Nutzen-Wirkung steigern mit Herz, Hirn und Hand

Läuft es nicht rund, Veränderungen stehen an oder es soll „mal wieder was für´s Team getan” werden, dann schleicht sich eine Erinnerung ein: Ein Teambuilding muss her. Doch Teambuilding ist nicht gleich Teambuilding. Unter diesem Begriff tummeln sich alle möglichen Aktivitäten. Leider sind die meisten Zeit- und Geldverschwendung und bringen nicht ansatzweise was sie versprechen. Ja, sie machen häufig noch kaputt was da kulturell Wertvolles keimt.

Häufig werden Teamentwicklungen aus Angst durchgeführt

Auch wenn die bekannten Gefühle der Angst nicht erlebbar sind, so werden Teamentwicklungen häufig aus Angst durchgeführt:
– Aus Angst, die Performance des Teams könnte höher sein als die aktuelle und es werden die Potenziale nicht ausgeschöpft.
– Aus Angst, Veränderungen können alleine nicht gestemmt werden.
– Aus Angst, es könnte verdeckte Konflikte geben, die wiederum Leistung, Loyalität und Außenwirkung bei Kunden und Kandidaten beeinträchtigen.
– Aus Angst, die Konkurrenz macht Ähnliches, also müsse man selbst das auch tun.
– Aus Angst, die Mitarbeiter könnten kein schlechtes Gewissen mehr gegenüber ihrem ach so spendablen Arbeitgeber haben.
– Aus Angst vor Gerede.
usw.

Mal einen Ausflug oder echte Arbeit am Team?

Bitte, unbedingt: Mache mit deinem Team gerne Ausflüge, habt Spaß am gemeinsamen Erleben, probiert gemeinsam etwas Lustiges, Nervenkitzliges aus. Da erlebt man sich per se anders als im gewohnten Arbeitsalltag. Wer wirklich(!) Spaß miteinander hat, der kommt sich näher. Und ja, das allein schon ist ein prima Teambuilding. Doch „Teambuilding” würde ich so einen Ausflug auf keinen Fall nennen. Schließlich wird da nichts aktiv gebaut, sondern das Ergebnis völlig offen gelassen und die Wirkung ist nicht prüfbar.

Mitarbeiter: „Was tun wir da? So ein Teambuilding?”
Verantwortliche: „Nein, kein Teambuilding. Wir machen uns einen lässigen Tag.”
Mitarbeiter: „Echt? Einfach so?”
Verantwortliche: „Ja, einfach so.”
Mitarbeiter: „Wie? Ohne Hintergedanken.”
Verantwortliche: „Ja, ohne Hintergedanken. Welche Hintergedanken könnte ich denn haben?”
Mitarbeiter: „Vielleicht dass wir uns besser kennen lernen?”
Verantwortliche: „Wäre das schlimm?”
Mitarbeiter: „Schlimm, wieso? Dann werden wir ein besseres Team…”

Jetzt aber: Wie trennt man denn die Spreu vom Weizen und wie bekommt man eine Teambuilding-Maßnahme hin, die sich echt rechnet?

Teil 2 14 „Mal ehrlich” – Licht ins Dunkel des Teambuilding-Jungle:

1. Mal ehrlich – bei echter Teamentwicklung trennt sich die Spreu vom Weizen. 

Echte Teamentwicklung bewirkt ein konsequenteres Ausrichten auf den Sinn und damit auf die Ziele des Unternehmens/ der Organisation hin. Es wird klarer und deutlicher, wohin die Reise geht. Wer sich davon abgeholt fühlt, der fühlt sich deutlich mehr angekommen. Der fühlt sich mit dem Unternehmen und dem Team verbundener. Einfach, weil seine individuellen, mehr oder weniger bewussten, Werte und damit Motive Bestätigung und Hafen finden. Es macht für ihn einfach nur sehr viel Sinn in genau diesem Unternehmern zu arbeiten, weil mit Erreichen der Unternehmensziele automatisch eine ganze Reihe Lebensmotive erfüllt werden.

Andererseits verdeutlicht es anderen, wie sehr sie doch nicht am richtigen Platz sind. Das ist wunderbar, denn sie können diese Gewissheit nutzen, um eine für sie besser passende Wirkstätte zu finden. Automatisch machen sie dadurch Platz frei für jemand Neues, der besser zum Unternehmen passt als sie selbst.

Mal ehrlich – Harmoniemäntelchen lassen Konflikte umso schlimmer gären. „Ein Spaßtag macht noch lange kein Team” und „In Stürmen werden Hochleistungs-Teams gemacht, nicht im Hafen”.

2. Mal ehrlich – steigt die Performance, nur weil wir Aufgaben lösen, die nichts mit unserem Job zu tun haben? 

Wieso nutzen wir die Zeit nicht und lösen tatsächlich vorhandene, besonders herausfordernde Aufgaben aus unserer Arbeit? Endlich mal Zeit, sich auszutauschen, Optionen abzuwägen, eine Gedankenrunde weiter/tiefer zu drehen als vielleicht sonst möglich und damit ein neues Niveau der Lösungsfindung und Zusammenarbeit erschaffen! Gemeinsame Erfolge sind das mit Abstand beste Teambuilding.

3. Mal ehrlich – Teamentwicklung lässt sich nicht delegieren. 

Teamentwicklung findet an jedem einzelnen Tag zu jeder einzelnen Stunde in zig Momenten und Situationen statt. Das lässt sich nicht an einen wie großartigen Experten auch immer delegieren. Schon gar nicht an einem isoliert stehenden Tag. Ein Externer kann einem Team helfen, sich zu reflektieren und dadurch aufdecken und ent-wickeln helfen, was sich selbst im Weg steht. Doch leben muss es das Team täglich selbst.

4. Mal ehrlich – soll wirklich etwas ent-wickelt werden, auch wenn es Geburts- und Wachstumsschmerzen verursacht? Heilung oder Pflasterkleben? 

Es ist brandgefährlich, „einfach irgendwas buchen” und dann davon auszugehen, dass sich grundlegend die Dinge zum Besseren ändern. In Wahrheit verhält es sich wie mit Krankheit: Eine Grippe dauert mit Medikamenten eine Woche und ohne sieben Tage. Wir haben die kollektive Gehirnwäsche hinter uns und glauben, wenn wir ein Ibu-irgendwas einwerfen, heilen wir uns. Wir unterdrücken die Symptome. Nichts weiter. Und alles, was unterdrückt wird, sucht sich seinen Weg. Mit Garantie tritt es an anderer Stelle zu einem weitaus ungünstigerem Zeitpunkt viel heftiger zu Tage. „Nimm dir Zeit für eine Pause, sonst nimmt sich die Pause Zeit für dich.” Zudem lernt unser Organismus nicht, mit Herausforderungen umzugehen. Identisch verhält es sich mit einem Team. 

Einer meiner Kunden sagt mit aller Deutlichkeit zu seinen Angestellten: „Wenn du schlecht drauf bist, bleib zu hause. Wir können uns nicht leisten, dass du bei Kunden ein Gesicht ziehst.” Er hält es selbst auch so. Sein Ergebnis: nur echte, sehr geringe Krankenstände. Das ist echtes Teambuilding, denn niemand faulenzt zu hause im Bewusstsein die Kollegen müssen dafür härter ran. Kommt es, vielleicht mal bei einem noch frischen Kollegen vor, kümmert sich das Team nonchalant darum. Die Stimmung ist bestens. Die Zahlen auch.

5. Mal ehrlich – Teambuilding ist ein Buzzword, das meist nicht halten kann, was es verspricht.

Was manche als Teambuilding bezeichnen, wird witzigerweise außerhalb von Business und Professionalität Party, Sauferei, Bauernolympiade usw. genannt. Selbstredend gehört bei Auftragsklärung lediglich eine 08/15-Zielabfrage ohne klare Anliegenklärung zum Paket. Logisch, denn jede echte Intervention würde ja eine individuelle Konzeption erfordern. Daran hat der Durchführende kein Interesse. Er will seine Dienstleistung als skalierbares Produkt an möglichst viele Kunden mit möglichst geringem Aufwand verkaufen.

6. Mal ehrlich – werden wir ein besseres Team, wenn wir gegeneinander antreten? 

Die wettbewerbsorientierte Wirtschaftswelt findet ihren Gipfel in Silodenken. Unglaublich, doch wahr: Innerhalb eines Systems gibt es Kräfte, die gegeneinander arbeiten. Als würde das Herz gegen die Lunge arbeiten, weil sie ihm den Sauerstoff wegnimmt. Wie Krebszellen, die nur durch die Lebensenergie anderer Zellen leben können. Oder sich mit einer Klinge selbst ritzen. Das geschieht nur, wenn es (oft über einen langen Zeitraum) traumatische Einflüsse gab, die auf diese selbstzerstörerische Weise ein Ventil finden: Etwas Unbeschreibliches muss zerstört werden.

Was momentan an die große Glocke von Agilität und moderner Arbeitswelt gehängt wird, ist in vielen Unternehmen ein uralter Hut: Wir sitzen alle in einem Boot und ziehen alle an einem Strang. Wem das nicht passt, der geht. Wieso werden dann in Teambuildings „Spiele” gemacht, die Lagerbildung in einem Team fördern??? Noch dazu, wenn es anschließend keine tiefgreifende Analyse mit abgeleiteten Handlungsweisen gibt (Paradoxe Intervention)?

7. Mal ehrlich – wer, der schon verschiedene Outdoor-Teambuilding-Maßnahmen erlebt hat, hat wirklich noch Lust darauf? 

Es sind meist Junge, die das schlicht noch nie gemacht hatten oder eben Freaks, die ohnehin gerne Klettern, Bootfahren usw. Heute, noch dazu bei vielen vielen Anbietern und Vereinen, tut das ohnehin jeder, der wirklich Interesse daran hat. Es ist nichts Besonderes mehr, das „sich nur Unternehmen leisten können”.

8. Mal ehrlich – was ist wirklich „lustig” – für das ganze Team? 

Lustig finden meist die Organisatoren einer Veranstaltung was sie da buchen. Viele, sehr viele im Team, empfinden dies eher als „lustig”.

9. Mal ehrlich – wer will seinen Kolleginnen und Kollegen näher kommen? 

Auch während angeblich so teambuildender Maßnahmen gesellt sich doch immer nur Gleich und Gleich. Gegensätze, die sich anziehen könnten werden überhaupt nicht wahrgenommen. Logisch, denn diese nicht ohne Grund entstandenen „Lager” zu lockern und mit den Konsequenzen daraus umzugehen, würde das vorgefertigte Programm sprengen.

10. Mal ehrlich – Ringelpietz mit Anfassen mit den Arbeitskollegen??? 

Fühlen wir uns – auch im Nachhinein! – zu irgendetwas hinmotiviert, verlockt, charmant gezwungen, bleibt ein schales Gefühl. Ein echtes Team entsteht so zwar nicht, dafür eine umso stabilere Lagerbildung. Bravo.

11. Mal ehrlich – wirklich richtig echte Abenteuer kann man nicht buchen.

Ja, ich kann mir schon vorstellen, dass es Menschen gibt, die voll durchorganisiertes Raften, Canyoning & Co.  als „echtes Abenteuer” empfinden. Nur, „echte Abenteuer” dürfen gar nicht offiziell angeboten werden. Nirgendwo auf der Welt. Keine Versicherung würde das übernehmen. Kein Gericht von Schuld freisprechen. Schon gar nicht pauschal für Gruppen. Also bekommen wir, egal was wir buchen können, eine Abenteuer-Konserve. Wer ein bißchen differenziert denken kann, oder das schon erlebt hat, weiß, wie flachgründig der Output für´s Team deshalb nur sein kann. Bei einem echten Abenteuer kann man sterben, verschollen gehen, bleibende Schäden davon tragen usw. Sonst ist es ja kein Abenteuer. Es ist eine Gaudi und das reicht auch.

12. Mal ehrlich – mit schnellschnell läuft gar nichts. Auch im vuca-agilen Zeitalter. 

Heute, wo „immer alles schnell” gehen „muss”, frage ich mich schon, ob nicht allzu häufig Centurio Actionismus die Truppe mehr belastet als führt. Zynisch könnte man das „operative Hektik überdeckt geistigen Stillstand” nennen. Lang-samkeit erfordert Mut. Also die Fähigkeit eine gewisse Angst zu überwinden oder mit dieser umzugehen. Diesen Zustand anschließend auch auszuhalten und mit Widrigkeiten umzugehen. Jedoch nicht im Sinne von langsam! Also viel Zeit benötigen für etwas, das ohne Schaden auch schneller ginge. Sondern die Betonung auf lang im Sinne von lang angelegt, lange wirksam. Von mir aus auch nachhaltig wirksam. Die Dinge müssen reifen. Ja, auch heute. Gerade heute.

13. Mal ehrlich – Egal, welche Maßnahme du buchst, sie kostet immer gleich viel. Egal ob hoch wirkungsvoll oder spaßig.

Kennst du das Nutzungskostenprinzip auch Opportunitätskostenprinzip? Es besagt, dass für jede Aktivität im Unternehmen eine andere Aktivität zeitgleich nicht erfolgen kann. Deshalb hat man zu den Kosten der gewählten Aktivität auch die Kosten des entgangenen Nutzens der Alternative hinzu zu rechnen, um die echten Kosten der gewählten Aktivität zu ermitteln – „Quantifizierung des Nutzens entgangener Alternativen” (Wikipedia).

Jede Maßnahme im Unternehmen, welche die Zusammenarbeit verbessern soll, ist tunlichst danach zu bewerten, was sie bringt. Analog dem Nutzungskostenprinzip sind dabei die Lohnkosten der Beteiligten zuzüglich des Nutzens der entgangenen Alternative (= normale Arbeit, die zeitgleich liegen bleibt und irgendwie nachgeholt/ ausgelagert/ substituiert/ eliminiert werden muss) die tatsächlichen Kosten der Maßnahme.

Bei einem Montas-Bruttolohn von 3.000 € belaufen sich die Arbeitgeberkosten auf ca. 3.700 €. Die Stunde kostet damit ca. 21,5 €. Bei einem zehnköpfigen Team sind damit pro Tag 1.700 € zu bezahlen. Ob die Teammitglieder einen Spaßtag hatten oder einen Team-Workshop in dem eine neue Dimension der Zusammenarbeit geschaffen wurde, spielt keine Rolle. Ohne Nutzungskosten wohlgemerkt. Als Faustregel können für Nutzungskosten pauschal die entstandenen Kosten angenommen werden. Hier hat unser Chef demnach 3.400 € zu bezahlen – unabhängig davon, was seine Leute an diesem Tag tun.

Treffen sich Führungskräfte der Geschäftsführungsebene für ein paar Stunden, liegen die tatsächlichen Kosten für eine Maßnahme schnell mindestens im hohen 5-stelligen Bereich. Fatal, wenn nicht wirklich Wertvolles dabei heraus kommt: Dann ist außer Spesen nichts gewesen. Zudem sinkt die Chance, Motivation für eine ähnliche Maßnahme in Zukunft zu erzeugen drastisch.

Und ob da Moderator/ Coach, Raum, Kaffee oder Gummiboot noch als Kosten (oder vielleicht doch Investition?) dazu kommen ist da – finanzmathematisch jedenfalls – egal.

Wer das Nutzungskostenprinzip nicht beachtet, der betrachtet Personalkosten gerne als Eh-da-Kosten. 

Das schlägst sich dann direkt in der Unternehmenskultur nieder, welche die Zeit, welche die arbeitenden Menschen investieren, gering schätzt: ausufernde Prozesse, Bestimmungen, Regeln und Besprechungen sowieso. Gerne werden hier Bewerber als heilige Kühe verehrt, so bald sie an Bord sind, jedoch als Kostenverursacher behandelt. Das muss so sein, denn wenn es kein Bewusstsein für die Kapitalproduktivität von Gehalt/Lohn gibt, sind diese Zahlungen Kosten und keine Investition. Wird Gehalt/Lohn jedoch als Investition gesehen, sind diese Zahlungen immer unumgängliche Vorausleistungen für eine klar angestrebte Rendite. Die Arbeitsabläufe sind in so einer Organisation vom grundlegenden Werteverständnis her weitaus zielgerichteter, schlanker, effizienter und damit rentabler. Und es macht mehr Spaß, weil nicht so wahnsinnig viel Lebenszeit für schadlos vermeidbare „Sozialhygiene” drauf geht. Sie ist in den meisten Fällen ein vom System provoziertes Angstverhalten: Machtgerangel, Klüngel, „Wissen ist Macht”, Silos, kein Vertrauen usw.

14. Mal ehrlich – Fraglos:

Ein lockerer Programmpunkt, Teil, Auftakt oder Abschluss einer Teamentwicklungsmaßnahme ist eine sehr feine Sache. Einfach miteinander richtig Spaß haben, Zeit für gute Gespräche, Gelassen das Miteinander genießen, Feiern. Meist macht das noch viel mehr Freude, wenn man zuvor einen wertvollen Schritt im Miteinander weiter gekommen ist.

Teil 3 Daran erkennst du einen wirksamen Dienstleister

An diesen Parametern erkennst du einen Dienstleister, der sich traut, mit deinem Team wirkungsvoll zu arbeiten:

1. Er führt eine dezidierte Auftragsklärung durch und fragt dich in etwa:
– Wozu dient die geplante Maßnahme?
– Welche Ziele sollen damit erreicht werden?
– Auf welche Ziele soll damit eingezahlt werden?
– Wie ist die geplante Maßnahme in die Organisationsentwicklung eingebaut?
– Welche Situation herrscht gerade im Markt, in der Branche, im Unternehmen, im Team, mit einzelnen Personen?
– Was sind No-Gos in Team und Unternehmen und wieso? 
– Was hat in Vergangenheit im Bezug auf Team-bildende Maßnahmen funktioniert, was nicht, wieso?
– Wie wird die Nachhaltigkeit der Maßnahme überprüft und wie wird mit diesen Erkenntnissen umgegangen?
usw.

2. Du bekommst ausreichend vorher einen den Maßnahmenzielen entsprechenden Ablauf. Dieser bleibt eine Grundstruktur, die selbst während der Maßnahme den sich zeigenden Gegebenheiten angepasst werden kann und wird. Rücksprachen, auch wiederholt, selbst kurzfristig und während der Maßnahme, sind selbstverständlich.

3. Er kann dir sagen, wozu welche seiner Maßnahmen dient und welche Rolle sie in der Organisationsentwicklung spielen wird.

4. Er trifft keine Vorhersagen was sich nach der Maßnahme im Team und bei Einzelpersonen konkret ändern wird. Er kann jedoch die Möglichkeiten beschreiben. Bei der Auftragsklärung wird er klären wollen, dass diese Möglichkeiten auch von dir gewünscht sind.

5. Er wird die Maßnahme nicht als Allheilmittel beschreiben. Vielmehr wird er dir sehr eindringlich machen, wie wichtig das Verhalten von Führungs- und Schlüsselpersonen vorab und im Nachgang sein wird.

6. Er kann dir Möglichkeiten und Empfehlungen geben, wie du mit deinem Verhalten zur fruchtbaren Entwicklung beitragen kannst bzw. wo du dir selbst und dem Team im Weg stehst. Allerdings nur zu einem gewissen Grad, denn ein umfassender und tiefer Einstieg in diese Sphäre ist nur in einem qualifizierten Coaching möglich. Außer dies wurde bereits im Auftrag inkludiert.

7. Er setzt sich in der Folgezeit pro aktiv damit auseinander, welche Veränderungen im Team seit der Maßnahme eingetreten sind.

8. Er macht keinen One-Show-Stand: Es gibt in absehbarer Zeit immer eine Folgemaßnahme. Denn nur so lässt sich die Konsequenz zu spürbaren und nachhaltigen Veränderungen im Team verankern. Natürlich nur, wenn die Zusammenarbeit passt.

9. Bei ihm gibt es kein Dogma. Er verkauft dir kein „System”. So bald jemand in menschlichen Entwicklungen – und da der Mensch ein sippensoziales Wesen ist, gehören Teamentwicklungen dazu – ein Richtig oder Falsch propagiert oder Maßnahmen bzw. Interventionen rigoros ablehnt, ist Vorsicht geboten. Es kann gut sein, dass er dir „sein System” verkaufen will. Wie gut es auch immer sein mag: damit sollen Abhängigkeiten geschaffen werden. Diese tun überwiegend dem Verkäufer gut.

10. Er stellt sich und sein Tun nicht in den Mittelpunkt. Mittelpunkt seiner Aufmerksamkeit und all seiner Handlungen ist dein Team. Deshalb nimmt er sich zurück wo auch immer es möglich und sinnvoll ist. Seine Impulse sind richtungsweisend.

11. Er macht sich entbehrlich. Nur wenn du das Gefühl hast, ihr werdet in euch stimmig besser ohne gleichzeitig auf einen Berater welcher Couleur auch immer angewiesen zu sein, ist eure Entwicklung nachhaltig und hoch qualitativ. Der Dienstleister forciert nicht, Teil eurer Organisation zu werden. Auch wenn er weiß, dass er, so bald er tätig wird, in gewisser Weise Teil des Systems wird. Nur so bewahrt er sich den einzig für euch hilfreichen Blick von außen.

Aus Spaß an der Freude: Arbeit ist Lebensinhalt

Wir gehen doch nicht über 200 Tage im Jahr in eine Firma, verbringen über 200 Tage im Jahr mit Tätigkeiten, nur um dann an ein bis zwei Tagen im Jahr mit ein und den gleichen Leuten „Spaß” bei einer „Freizeitaktivität” zu haben. Und wesentliche Dinge, die uns über 200 Tage im Jahr nerven und uns unglaublich viel LEBENSZEIT stehlen, lassen wir unbeachtet. 
Ja, wir gehen in die Arbeit, um unser Leben zu finanzieren. Schön. Und wenn das läuft, dann fragen wir uns schneller als wir denken können: Und wozu das alles? Wo ist da der Sinn? Wo ist da der Spaß an der Freude der Arbeit.
Wenn wir den direkten Sinn unserer Arbeit im buchstäblichen Lebenskampf in unserer heutigen Welt nicht mehr pur spüren, bricht unsere Psyche aus: Überlastung, Burnout, Depressionen, Fehlernährung, Süchte, keinen Bock…
Deshalb brauchen wir ein Warum. Lebensinhalt eben. Lebensinhalt, der sich in einer Tätigkeit (heute nennen wir es Arbeit) ausdrückt. Dann brauchen wir ein Wie und ein Was. Und dieses Warum, dieses Wie und dieses Was lässt sich so wunderbar im Team klären – und umsetzen!

Viel Spaß beim Teambuilden – Was gibt es Schöneres als gemeinsame Erfolge!

By the way: das ist übrigens das beste Teambuilding.

Gute Zeit & Viele Grüße!

Jörg Romstötter

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Meine Hilfestellungen zur Selbstführung und damit zur Führung anderer, erscheinen nicht immer leicht in ihrer Umsetzung. Wobei sie sich gerne offenkundig plausibel, „einfach” und eingängig lesen. Diese Vorgehensweisen, werde in ihrer Umsetzung sowohl als äußerst einfach und äußerst schwierig empfunden. Je nachdem, welche Qualität innere „Arbeit” jemand schon mit sich angestellt hat. Selbstführung beginnt mit der Selbst-Begegnung. Ohne sie ist jede erlernte Vorgehensweise lediglich vordergründiges Tun und funktioniert nur rudimentär: Wir werden als „Tool-Anwender” entlarvt.

Selbst-Begegnung ist ein Stufenprozess: Wer eine „Stufe” erreicht hat, sieht sich unmittelbar mit der nächsten konfrontiert. Wer keine „Stufen” erkennt, ist nicht etwas schon „angekommen” oder gar „fertig”. Der sieht lediglich (unbewusst) von der nächsten Stufe weg. Was natürlich auch völlig ok ist.

Eine der wirksamsten Möglichkeiten zur Selbst-Begegnung und gleichzeitig zur Selbstführung ist seit jeher die Natur. Und dabei im Besonderen das Alleinsein draußen. Sich selbst ein wenig zuhören inmitten der weitenden, klärenden, stärkenden und erdenden Natur, ist ein ganz besonderes Geschenk. Ich wünsche Dir und mir den Mut, dass wir uns dieses Geschenk immer wieder machen.