Einsamkeit. Nahrung für die Seele.

Voraus schicke ich zur Definition von Einsamkeit das räumliche, körperliche und infrastrukturelle Alleinsein. Gemeint ist nicht die gefühlte Isolation inmitten Menschenmassen.

Wenn dich alles verlassen hat, kommt das Alleinsein. Wenn du alles verlassen hast, kommt die Einsamkeit.
Beschrieb dies Alfred Polgar.

Einsamkeit.
Sie ist etwas Wertvolles.
In unserer heutigen Zeit kaum noch möglich.

Sie ist so wertvoll, da sie etwas ist, das den Menschen seit seinen ersten Tagen vor über 2 Millionen Jahren geprägt hat.
Bei nahezu allen indigenen Völkern war es üblich, zeitweise in die Einsamkeit zu gehen. Sie war zum Teil Voraussetzung um in den Kreis der Männer und Frauen aufgenommen zu werden.

Sie war wichtig, damit jeder sich selbst erkenne und so sein Bestes für die Gemeinschaft zur Verfügung stellen konnte.

Heute wissen leider Viele nicht was ihr Bestes ist. Darum ist das, was sie in die Gemeinschaft einbringen leider auch gerade mal Mittelmaß. Schade für den Betroffenen selbst und die Gemeinschaft. Wer sein Bestes leben kann ist dauerhaft glücklich. Eine starke Gemeinschaft ist mehr als die Summe der Einzelleistungen.

Einsamkeit ist von Zeit zu Zeit notwendig um Abstand zu gewinnen. Abstand von anderen und seinem „normalem“ Leben. Um dadurch sich und sein Umfeld von anderer Warte aus zu betrachten. Dadurch Kreativität zu erleben.

Wie das geht, erfahren Sie im Coaching.

 

„Ein zeitweiliger Rückzug von allen Dingen des Lebens und Nachdenkens über das Göttliche ist für deine Seele eine ebenso notwendige Nahrung, wie es die materielle Nahrung für deinen Körper ist.“

Treffender als Leo Tolstoi kann man es nicht auf den Punkt bringen. Denn er fasst weiter zusammen:

„Vergiss nicht, unter Menschen lebend,
was du in der Einsamkeit erkannt hast.
Und erwäge in der Einsamkeit,
was du im Verkehr mit den Menschen erkannt hast.“

Einsamkeit wird heute als Bedrohung angesehen. Warum? Die Einsamkeit an sich ist nur bedrohlich, wenn derjenige, der sich in sie begibt, zu geringe Fähigkeiten besitzt um in ihr zurecht zu kommen.

Wird die Einsamkeit als so bedrohlich empfunden weil wir uns dann selbst begegnen und feststellen, dass wir an unserem Kern vorbei leben?

Wird von manchen Mitmenschen vor ihr abgeraten, weil sie befürchten der andere erkenne in ihr seinen Kern und komme als nicht mehr so praktisch zu lenkender Zeitgenosse wieder?

Einsamkeit macht unhandlich. Sie macht uns für andere unhandlich, da die Einsamkeit ein Ausdruck für Unmessbarkeit, ja Unfassbarkeit ist. Was dort mit jedem Einzelnen geschieht, kann niemand anderes begreifen.

Kann es sein, dass wer es in der Einsamkeit nicht aushält, es mit sich selbst nicht aushält?

Hierzu weiter Leo Tolstoi:

„Auf der höchsten Bewusstseinsstufe ist der Mensch allein. Eine solche Einsamkeit kann sonderbar, ungewöhnlich, ja auch schwierig erscheinen. Törichte Menschen versuchen, sie durch die verschiedensten Ablenkungen zu vermeiden, um von diesem erhabenen zu einem niedriger gelegenen Ort zu entkommen. Weise dagegen verharren mit Hilfe des Gebetes auf diesem Gipfelpunkt.“

Für sich allein ist gelebte Einsamkeit, nicht nur aus gesellschaftlicher Sicht, wie ein Vogel mit nur einem Flügel.

„Vergiss nicht, unter Menschen lebend,
was du in der Einsamkeit erkannt hast.
…“

Zeigt den Sinn. Ohne diesen Gegenpart des Einbringens seiner Erkenntnisse in und zum Wohle der Gemeinschaft wird der Einsamkeitsfrönende zum Kranken.
Einsamkeit als Zweck ist sehr hilfreich. Zum Sinn erhoben beschneidet sich der Einsame um sein halbes Leben.

Doch eines Tages werden wir einsam sein. Zum Schluss ist jeder einsam. In der Stunde unseres Todes zeigt sich ob wir dann allein sind oder einsam.

 

Allein zu Dir selbst
Hast Du das schon einmal erlebt?
Allein zu sein?

Warst Du schon mal allein?
So tatsächlich ganz allein?
Räumlich allein?
Irgendwo, wo sicher niemand vorbeikommt?
Wo Du mit niemandem telefonieren kannst?

Hast Du gespürt was mit Dir passiert?
Hast Du gespürt was Du fühltest?
Wolltest Du weg?
Hast Du Dich verletzlich gefühlt?
Schwach?
Hast Du Dir jemanden herbeigewünscht?
Hattest Du plötzlich richtig Angst?

Wurdest Du traurig?
Hast Du Dich mit Tätigkeiten abgelenkt?
Hast Du Dich pausenlos mit dem nächsten Tag oder Zukünftigem beschäftigt?
Sprangen Deine Gedanken wild umher und waren diese eher trübselig?

Hast Du schließlich an das Hier und Jetzt gedacht?
Hast Du Dich mit Deiner Situation auseinandergesetzt?
Hast Du dann begonnen diese zu akzeptieren?

Wurden Deine Gedanken froher?
Hast Du gemerkt wie Du beginnst Dein Hier und Jetzt zu genießen?
Hast Du gemerkt wie Du beginnst Dein Alleinsein zu genießen?
Hast Du begonnen mir Dir selbst laut oder leise in Gedanken zu sprechen?
Beschwingte Dich das?

Wurden Deine Gedanken dann fröhlich?
Hast Du Dein Herz schlagen gespürt?
Hast Du Dein Blut durch Deinen Körper pumpen gespürt?
Hast Du Dein Blut in Fingern und Zehen gespürt?
Hast Du Dein Blut in den Ohren rauschen gehört?
Hast Du gespürt wie Du atmest?

Ist Dir dann ein fröstelnder Schauer durch den Körper gejagt?
Hast Du dann tief durchgeatmet?
Hast Du dann gelächelt?
Hast Du dann gelacht?
Hast Du dann vor Freude geheult?
Hast Du dann gesungen und getanzt?

Hattest Du dann plötzlich Gedanken, die Du niemals vorher hattest?
Hattest Du mit einem Male Ideen, die Du in dieser Art und Weise niemals vorher hattest?
Ist dann alle Angst von Dir gewichen?
Fühltest Du Dich dann leicht?

Hast Du dann Dein Alleinsein in vollen Zügen genossen?
Hast Du Deine Stärke gespürt?
Hast Du gespürt wie unendlich frei Du bist?
Hast Du gespürt wie unendlich reich Du bist?

Hast Du gespürt wie Du lebst?

Dann warst Du allein.

Dann bist Du Dir selbst begegnet.

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Alles Gute!

Ihr

Jörg Romstötter

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