Leben ohne Licht – ein Experiment

Es ist völlig still.
Es ist völlig dunkel.
Nur vage sehe ich die schwarzen Silhouetten der Gartensträucher durchs Fenster. Das Mondlicht gibt gerade so viel vom Raum preis, dass ich ihn erfassen kann.

Wir machen in unserer Familie gerade das Experiment „Leben ohne Licht“. Zehn Tage verwenden wir nur Kerzen und den Feuerschein unseres Ofen um unser Haus zu erhellen.

Der erste Eindruck nach vier Tagen: ein erhellendes Erlebnis.

Das bringt uns runter wie nichts – Kein Licht

Haben Sie das schon einmal gemacht?
Haben Sie sich in Ihr stockfinsteres Wohnzimmer gesetzt und für Stunden einfach nur in die Dunkelheit geblickt?
Kein Licht, keine Kerze, kein Fernseher, kein Handy, kein Getränk, nichts zu Knabbern oder Naschen. Einfach nur Sie und die dunkle Stille des Winters?

Nach dem Impuls der Unrast und des Wunsches doch etwas zu Lesen, noch im Internet zu hantieren oder sich ein Schlückchen Geistreiches zu gönnen, umfängt mich die satte Wohligkeit der finsteren Muße.

Plötzlich will ich gar nichts mehr.

Nur noch hier vor mich hin denken und in die Dunkelheit und Stille zu blicken und zu lauschen und vielleicht sogar zu sehen was da so kommen wird im nächsten Jahr. Sagenhaft erholsame Stunden!

Oh, schmeckt das gut!

Meine Frau ist sehr angetan von den raffinierten Leckereien die wir aufgetischt haben: Brotzeit.
Ja, es ist „nur“ eine ganz normale Brotzeit, aber auf der Picknickdecke vorm Schein des Feuers schmeckt´s einfach um Längen besser. Gaumen und Nase haben endlich die Chance mit ihren Sinneseindrücken gegen die sonst so dominanten Augen zu punkten.
Unser Jüngster erklärt immer wieder: „Ich will ab jetzt immer auf dem Boden vorm Feuer essen.“

Diese Stimmung!

Sich im eigentlich gar nicht so dunklen Haus zurecht zu finden, ist nach erstaunlich kurzer Zeit überhaupt nicht schwer. Von draußen dringt erstaunlich viel Licht ins Haus. Es ist sogar bisweilen schöner und angenehmer auch mal dies und jenes ohne Licht zu tun. Einfach weil zusätzlich Licht überflüssig ist.

Wir sehen uns Abends die Fotos unserer zahlreichen Unternehmungen des Jahres an. Wir lassen unser gemeinsames Familienjahr revue passieren. Wir musizieren und tanzen im Feuerschein – was gerade unsere Kinder überaus begeistert. Wir erzählen uns Geschichten und planen unser neues gemeinsames Jahr.

Der Tag beginnt viel geruhsamer und „romantischer“ im Schein der Kerzen am Frühstückstisch. Langsam kriecht der Tag durch die Fenster und lässt uns schonend warmlaufen – schließlich gehen Arbeit und Schule ganz normal weiter.

Licht ist gut – sehr gut!

Wie sehr wir auf – besonders – elektrisches Licht angewiesen sind, zeigt sich in vielerlei Hinsicht:
– Wie oft knipsen wir schnell mal das Licht an um in einem eigentlich hellen Raum etwas zu finden.
– Auch am helllichten Tag brauchen wir einfach in manchen Räumen zusätzliches Licht um dort sinnvoll hantieren zu können.
– Wir erweitern unsere Aktivitätszeit um mehrere Stunden täglich – was nicht immer von Vorteil ist, wie wir wissen.

 

Sie haben eine Meinung zum Beitrag? Schreiben Sie mir diese. Ich freue mich darauf!

Ich wünsche Ihnen eine sehr gute Woche und jeden Erfolg!

Ihr

Jörg Romstötter 

PS:  Nutzen Sie schon die ErfolgsRessource Natur um Ihre Ziele kreativer und entscheidungssicherer zu werden?
Wie´s geht, zeige ich Ihnen gerne. Buchen Sie einen Vortrag, ein Training oder kommen Sie ins Coaching.

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