Prosit Neujahr! Oder doch erst Weihnachten?

Übermorgen, am 21. Dezember ist wieder mal ein ganz besonderer Tag: es ist Neujahr.
Neujahr? Werden Sie fragen. Der 21. ist doch gar kein besonderer Tag, vielleicht noch weil da Wintersonnwende ist. Ok, aber ist das etwas Besonderes?

Ja, das ist etwas Besonderes. Wie sehr die Sonne unser Gemüt beeinflusst weiß sicher jeder aus eigener Erfahrung. Zur Wintersonnwende am 21. Dezember ist der kürzeste Tag und die längste Nacht im Jahr. Danach geht´s wieder aufwärts. Es kommt zwar dann erst die kälteste Zeit im Jahr. Das verwundert uns jedoch nicht sonderlich, denn im Sommer ist es genau so. Die Sommerhitze kommt ers nach dem 21. Juni, der Sommersonnwende mit dem längsten Tag und der kürzesten Nacht.
Machen Sie sich also nichts draus, wenn Sie sich momentan vielleicht nicht so leistungsfähig fühlen. Das ist eher Normalzustand. Seit zig tausend Jahren machen die Menschen jetzt Pause. Bloß weil wir Heizungen und künstliches Licht haben brauchen wir nicht zu meinen diese Gesetze gälten für uns nicht mehr. Wir sind mitten in der Zeit des Kräfte schöpfens. Die Zeit die Kräfte wirken zu lassen kommt noch. Abwarten.

Machen Sie sich auch nichts draus, wenn es Ihnen momentan so richtig schmeckt. Besonders Energie reiches ob defit oder süß. Das ist jetzt die Zeit dafür. Das braucht es jetzt einfach. Genießen Sie doch die Zeit. Die Zeit der leichten Speisen kommt wieder früh genug.
Wer es sich jetzt bewusst schmecken lässt, der tut sich im Frühjahr mit der dann umso besser passenden und damit auch schmeckenden frischen Kost leichter. Alles hat seine Zeit.

Wintersonnwende
Zeit der Mysterien. Zeit der Stille, der Innenschau. Symbol für die Fähigkeit in sich zu ruhen.
Das Fehlen des Lichts macht uns abhängig von den Kräften die wir in uns gespeichert tragen. Die Sonne kann uns kaum mit wertvoller Lebens-Energie versorgen.
Wir Erleben die Wiedergeburt des Lichts. Die christliche Kirche legte genau deshalb die Geburt Jesu in diese Zeit. Der Heiland, die Zukunftshoffnung ist geboren. An einem Tag an dem man bereits mit dem bloßen Auge, mit dem bloßen Gefühl zweifelsfrei feststellen kann, die Tage werden wieder länger. Zart und gebrechlich wie ein Neugeborenes ist noch das Licht der länger werdenden Tage.

Wir schmücken unser Heim mit einem grünen Baum voller Lichter. Um Leben und Licht ins Haus zu holen und die finsterste Zeit zu erhellen. Vielleicht auch um die Sonne zu beschwören doch bald wieder zu kommen?
Schlummert da vielleicht nicht noch ein Bißchen von der einzigen Angst der Kelten und Germanen der Himmel könne ihnen auf den Kopf fallen? Kein Scherz aus Asterix, das war wirklich ihre größte Angst. Geschürt von einem gigantischen Metoriteneinschlag im Gebiet des Chiemsees ca. 460 v.Chr..

Durch den Schatten in das Licht
Vorbereitung auf die neue, von nun an Tag für Tag lichtreichere Zeit. Kräfte schonen für die Explosionszeit des Frühlings. Wer ins Licht will muss durch die Schatten gehen. Die Mühen der Ebene kommen vor jedem Erfolg. Die Überwindung der eigenen Unzulänglichkeiten vor der Fähigkeit seine Stärken voll zu Geltung zu bringen.
Hell und Dunkel gehören zusammen wie Leben und Tod. Das eine gibt es nicht ohne das Andere. Jedes macht erst durch die Existenz des anderen Sinn.

Rauhnächte
In Süddeutschland, und dem Alpenraum begeht man die 12 Rauhnächte (zwischen 24.12. und 6.1.) Woher die Bezeichnung stammt kann nicht definitiv gesagt werden. Es kann sein, sie leitet sich aus der Tätigkeit des Räucherns ab, wobei man Haus und Ställe geräuchert hat um böse Geister zu vertreiben und sich mit den guten Hausgeistern zu versöhnen. Früher Gang und Gäbe, lange Zeit kaum beachtet, erfährt das Räuchern heute mancher Orst eine Renaissance.

Ich wünsche Ihnen, egal wann Sie die geweihte Nacht oder das Neujahrsfest feiern, eine ganz besonders besinnliche Zeit.
Eine Zeit mit viel Zeit für die Familie, mit viel Zeit für sich selbst.
Zum Kräfte tanken für das neue Jahr.

Alles Gute!

Ihr

Jörg Romstötter