Wichtiges Meeting in der Natur halten? Pro und Contra

Immer wieder werde ich gefragt, ob ich denn empfehle, ein wichtiges Meeting in der Natur abzuhalten. Nein, das empfehle ich nicht.
Wir brauchen auch gar nicht die Natur zwingend in voller Pracht direkt im Meeting. Das ist sogar zum Teil hinderlich. Wir können die inspirierende und die Gedanken klärende Wirkung der Natur viel einfacher und weitaus wirksamer einsetzen.

Wie geht das?

1. In den Tagen vor dem Meeting verbringt jedes Mitglied Zeit allein in die Natur. Dabei klärt es mit sich seine Einschätzung und Positionierung zu den anstehenden Fragestellungen.
2. Das Meeting selbst findet in der gewohnten „Jetzt-wird-konzentriert-besprochen-und-entschieden-Umgebung“ statt. Im üblichen Besprechungsraum eben.
3. Jeder Teilnehmer weiß: Jeder andere Teilnehmer ist sich selbst zu den einzelnen Fragestellungen klar geworden. Es entsteht eine „Wissende Gemeinschaft“. Wir tun uns deutlich schwerer, einen anderen in seiner Auffassung und Positionierung zu diskreditieren. Die Mitglieder gehen konstruktiver miteinander und den Inhalten um.
4. In den Tagen nach dem Meeting verbringt jedes Mitglied wiederum Zeit allein in der Natur und klärt dabei seine Einschätzung und Positionierung zu den Besprechungsergebnissen.
Resultat: kürzere Meetings, schnellere Umsetzung durch mehr Klarheit.
Der Kreislauf beginnt bei 1. von Neuem.

Die Vorteile:

– Wir nutzen die Kreativität und Entscheidungen fördernde Wirkung der Natur.
– Wir brauchen an unserer Besprechungsroutine und -umgebung nichts verändern. (Dies kann dann im Weiteren optimiert werden)
– Der zeitliche Aufwand für Entscheidungsfindungen reduziert sich.
– Die Teammitglieder bewegen sich regelmäßig an der frischen Luft:
mehr Ideen,
mehr Bewegung,
bessere Fitness,
mehr Gesundheit,
größere Ausgeglichenheit,
weniger Leibesfülle,
Vorbeugung Burnout

Wieso nicht in der Natur besprechen?

Abgesehen von den generell nicht planbaren Witterungseinflüssen, dem deutlich erhöhten Zeitaufwand für An- und Abreise und dann den Menschlichkeiten wie:
„Ach, jetzt habe ich doch meine Jacke heute nicht dabei.“ oder „Och, ich bin heute nicht so ganz gesund. Ich kann nicht.“, setzt die Natur gerne allzu überschwängliche Emotionen frei.
Die Natur ist ein Einflussraum, der zwar auf Gruppen wirkt, jedoch in dieser Konstellation auch eine freizeitorientierte Gruppendynamik in Gang setzen kann. Das ist für hochwertigen Businessanspruch mit weit tragenden Entscheidungen nicht geeignet. Schließlich wollen die Teilnehmer zu ihren Entscheidungen auch später noch stehen können.

Welche Probleme können auftreten?

Schwierig wird es, wenn ein Teammitglied immer wieder seine „Hausaufgaben“ nicht macht und seine Einschätzung und Positionierung nicht aktiv mit sich klärt. Denn dann verliert es recht bald den Anschluss und muss mit üblichen Macht- oder Verhinderungsspielchen seine Position behaupten.

Denn was entsteht im Team?

Es entwickelt sich eine Gemeinschaft die voneinander weiß: Jeder kommt mit sich klar ins Meeting. Das verlangt jeder Einzelne von sich und von den anderen. Es entsteht eine höhere Achtung der Teammitglieder vor einander. Die Meinungen und Einschätzungen der anderen werden höher gewertet. Herrscht in einzelnen Punkten keine Klarheit, wird Unklarheit schneller erkannt und kann damit schneller behoben werden.

Was passiert, wenn keine Klarheit erreicht werden kann?

Natürlich wird nicht jeder zu jedem Thema immer eine klare Position für sich schaffen können. Das ist ein sehr gutes Zeichen, denn es zeigt, wo es noch Informations- und Thema-Erschließungs-Bedarf gibt. Diese „Lücken“ können nun gezielter angegangen und behoben werden.

Wohlgemerkt:

Die Zeit zur Positionierung und Klärung in der Natur ersetzt nicht die fachliche und strategische tiefe Auseinandersetzung mit den Sachinhalten. Genauso wenig die Abstimmung mit Abteilungen, Mitarbeitern oder Beratern.

Zusammenfassung

Die Natur ist eine optimale Vor- und Nachbereitungsstätte für Meetings. Wenn alle Teilnehmer mit sich allein ausreichend Zeit in der Natur verbringen, kommen sie innerlich gestärkter und klarer ins Meeting. Weiter können sie im Anschluss das im Meeting Erlebte und Entschiedene in der Natur optimal mit sich selbst überprüfen. Das fokussiertere Denken und Handeln beeinflusst die nachfolgende Umsetzungsphase positiv.

Das war nur ein kleiner Tip, wie uns Natur unterstützt. Im Buch „Das vergessene Wunder“ erfährst Du noch sehr viel mehr.

Gute Zeit, jeden Erfolg und viel Natur!

Dein

Jörg Romstötter 

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