Unternehmen, die neuen Stämme

Wie Emotionen noch viel wirkungsvoller zum Unternehmenserfolg beitragen als Zahlen

Die Berechnungsergebnisse von Peter Wertjanz in personalberaterseitenblicke.at sind äußerst anschaulich und deshalb gerade so prekär. Die Zahlen sind definitiv noch zu Gunsten des Angeklagten gewählt.
An Zahlen geht letztlich nichts vorbei, nur eben erst letztlich. Zahlen sind wenig emotional, besonders da es hier trotz jeder Rechnerei um richtig eklige Folgen geht. Denn diese Kosten schaukeln sich rasend schnell zu Ewigkeitskosten hoch, allerdings zu solchen die in keiner Bilanz darstellbar und somit steuerwirksam praktisch wären.

Die Macht der Gemeinschaft

Wir verkennen momentan die gewaltige Macht, die in Menschen als Gemeinschaftswesen schlummert. Der gesunde Mensch will sich engagieren, ja er will sich in gewisser Weise auch für eine Sache verausgaben.
Beweise dafür liefern zur Genüge diverse Massenveranstaltungen im Sport, siehe die aktuell laufende Fußball Weltmeisterschaft, wie in den Social Medias.
Der Mensch will Bestandteil einer Gemeinschaft sein. Das ist für uns Menschen auch höchst normal. Seit es unsere Spezies gibt, haben wir so gut wie nichts anderes getan, als in sozial sehr verbindlichen und überschaubaren Strukturen zu leben.
Mir liegt jeder Rückfall in irgendwelche Standes- oder Zünftedünkel fern. Heute können wir aus den Lehren der Vergangenheit und guttuender Individualität etwas viel Kraftvolleres schaffen als es jemals bestanden hat. Etwas das wie eine Art Stamm ist. Ja, warum nicht: Unternehmen die neuen Stämme.

Unternehmen die neuen Stämme

Weshalb Mitarbeiter zumeist nur wenig echte Hingabe in der Arbeit zeigen, liegt auch an der Hire-and-Fire-Kultur. Wer entlassen wurde, der hat nicht einfach nur einen Job verloren, der wurde aus einer Gemeinschaft ausgestoßen. Das war früher schlimmer als die Todesstrafe. Natürlich haben wir heute keine wirklichen Existenzsorgen nach einer Kündigung. Doch innerlich zerbricht etwas. Zuerst bemüht sich der Mitarbeiter, die neue Firmenkultur anzunehmen und sich zu integrieren, seinen Platz zu finden und seine Fähigkeiten zur Geltung zu bringen, doch von heute auf morgen ist er nicht mehr gewollt. Das schockt jeden und untergräbt auf Dauer den Selbstwert, die Voraussetzung für dauerhafte Leistungsfähigkeit, Krisenfestigkeit und Kreativität. Wen das nicht schockt, der hat auch nicht wirklich engagiert gearbeitet und seine Berufung, seinen Stolz auf seine eigene Arbeit, noch nicht entdeckt.

Und diese Schock-Seuche infiziert die Zurückbleibenden und das soziale Umfeld des Gefeuerten. Letztlich kommen dann so Zahlen heraus wie sie jährlich von Gallup in deprimierender Numerik gezeigt werden. Diese zeigt nichts anderes als Engagement. Und Engagement hat direkt etwas mit Emotionen zu tun. Emotion kann man nicht rechnen. Auch die Auswirkungen nicht. Denn Emotion steckt an zu einer Teufels- oder einer Himmelsspirale – je nachdem.
Emotion kanalisiert in Leistung und Kreativität ist das was Unternehmen brauchen, damit aus den Milliarden Verluste Gewinne werden.

Zahlen sprechen für sich. Das macht es einfach. Wer die weit größere Macht der Emotionen nutzen will, muss selbst dahinter stehen. Da zeigt sich wer es ehrlich meint. Und das spürt man.

 

Wir sollten mal über die Situation in Eurem Unternehmen genauer sprechen? Melde Dich gerne!

Gute Zeit und Beste Grüße!

Jörg Romstötter 

PS:  Dem Thema „Unternehmen die neuen Stämme“ habe ich im Buch „Das vergessene Wunder“ einen Bereich gewidmet. Dort erfährst Du auch mehr.