Zeit anhalten. Klar geht das.

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Zwar steht es nirgendwo geschrieben, doch alle halten sich an ein Gesetz. Ein wohl magisches Gesetz, das so viele Vorteile zu bringen verspricht, dass wir es nicht aufzuschreiben brauchen. Die exakte Weitergabe durch Vorleben an unsere Kinder funktioniert verlustfrei. Kollektiv haben wir uns auf diese Grunddynamik verständigt.

Gleichzeitig – und das ist das merk-würdige daran – lechzt das selbe Kollektiv nach Entschleunigung.  Wir tun also etwas mit Hingabe und gleichzeitig wollen wir Pause davon. Sinnfreiheit par excellence.

Ich glaube, wir bekommen es so nicht hin.

Das hüpfen zwischen den Sehnsuchtswelten
Anerkennung durch Leistung/ Status durch Einkommen/ Vergnügen durch Konsum
und
Entschleunigung durch Konsum/ Sinngebung durch Mützenspiritualität/ Zeitnützen durch Heile-Welt-Fluchten.

Erlebnisse werden das Einzige sein, auf das wir im Lebensabend zurückblicken können. Egal welcher Natur:
– Augenblicke mit unserem Partner, mit Familienangehörigen, Freunden
– gescheiterte oder geglückte Wagnisse welcher Art auch immer
– Augenblicke mit uns selbst

Denn Erlebnisse, und wie wir mit ihnen umgehen, gestalten unser Selbst. Unser Bild von uns selbst. Aus ihnen ziehen wir unsere Selbstachtung, unseren Wert vor uns selbst (Selbstwert), unsere Selbstwirksamkeit(-erwartung).

Wann erlebe ich?

Wenn ich mir eines Momentes bewusst werde.
Und dann bleibt die Zeit stehen.
Und dann sammle ich die wertvollen Augenblicke, die mein Leben ausmachen.

Dann halten wir selbst die Zeit an, denn wir werden uns selbst bewusst. Egal in welcher Situation. Egal wie sehr wir gerade im Termindruck, Leistungsdruck, im Stress sind.

Wie geht das?

Halten Sie nur für einen klitzekleinen Augenblick inne und nehmen Sie sich selbst wahr.
Wie empfinden Sie Ihr Tun im JETZT?

Wenn ich das tue, dann habe ich das Gefühl, als ob das Leben ein gewaltiges Spiel ist. Es steht mir völlig frei zu tun was ich will. Doch ich muss es aushalten wollen. Da ich vieles nicht aushalten will, wähle ich genau jetzt freiwillig diese Zeilen zu schreiben. Das ist mein Weg. Ich setze jeden Schritt weil ich ihn setzen will. Nicht jeder Schritt macht mir immer Freude. Doch jeder Schritt belässt mich auf diesem meinem Weg. Und nur das will ich. Wohin er führt – ist mir momentan egal. Ich weiß nur: dahin wo ich hin soll.

Betrachten Sie mal Ihren Alltag, Ihr Leben. Welche Dinge machen Ihnen am meisten Freude? Tiefe Freude. Nicht nur Spaß, der Ihre Oberfläche kitzelt.
Was kosten diese Dinge in letzter Konsequenz? Nichts. Sie bedürfen Zeit. Nichts weiter. Einfach nur Zeit.

Zeit ist Geld und Geld ist Zeit. Zeit ist das was ich aus einem Moment mache. Zeit ist so, wie ich sie sehen will. Ich habe viel Zeit, wenn ich mir meine Zeit lasse. Ich habe keine Zeit, wenn ich sie mir nehme. Zeit tut was ich ihr befehle. Zeit ist relativ.

 

Sie haben eine Meinung zum Beitrag? Schreiben Sie uns diese. Wir freuen uns darauf!

Ich wünsche Ihnen eine sehr gute Woche und jeden Erfolg!

Ihr

Jörg Romstötter