Wie Du urlaubst, so führst Du Dich selbst. Von A bis Z.

Sommer, Sonne und endlich Urlaub! Endlich mal weg von Stress und Verantwortung. Denkste! Wie wir urlauben zeigt uns, welchen inneren Mustern wir folgen. Und demnach, wie wir uns selbst führen. Letztlich, wie wir mit anderen umgehen und diese führen.

Askese: Selbstschulung vom Feinsten und Reise zu Dir selbst

Askese ist keine brutale, Selbsthaß aufzeigende masochistische Persönlichkeitsstörung. Askese ist ein durch und durch gesundes menschliches Bedürfnis, das uns immensen Nutzen bringen kann.

Elternzeit? Geht bei mir nicht. Pah, von wegen!

Die Elternzeit ist nichts anderes als ein Synonym für eine längere Abwesenheit vom Arbeitsplatz. Ob längerer Urlaub, ein Sabbatical, eine zeitintensive Fortbildung, usw. Gerne werden Empfehlungen gegeben: Unbedingt ganz knapp vor der gesetzlich verankerten Mitteilungspflicht dem Arbeitgeber von seiner Elternzeit mitteilen. Damit man auch den Kündigungsschutz genießt und nicht noch schnell rausgeschmissen wird. O je. … Weiterlesen

Dann und wann nomadisch. Urlaubszeit – Karawanenzeit.

Die Niederländer. Manch einer belächelt sie, wenn sie des Sommers in endlosen Wohnwagenkarawanen unser Land nomadisch durchziehen. Wenn sie des Winters mit schwer bepackten und Dachsarg bestückten Familienkutschen die Alpentäler füllen. Doch wer zu letzt lacht, … Die Niederländer sind´s, die dauerhaft zu den glücklichsten Nationen der Welt gehören. Die Griesgrämernation Deutschland dümpelt verdient auf … Weiterlesen

Erdung durch Erde

Im Beitrag „Finternis und Kälte. Feuer im Eis.“ haben Sie bereits erfahren, was man vom Element Feuer noch alles bekommen kann als schlicht Wärme.

Ich setze die Portraits der Elemente fort: heute Erde.

Wann sind Sie das Letzte mal mit der Erde wirklich in Kontakt gekommen?
Sind auf ihr gesessen, gelegen?
Haben Ihre Hände in Erde, Schlamm, Sand und Steine gewühlt oder sind barfuss darüber gegangen?

Mutter Erde. Erdung.

Warum sehnen wir uns heute nach „Erdung“ und setzen uns nicht einmal auf den Boden? Auf richtigen Boden, auf Wiese, Erde, Sand, Fels ohne etwas zwischen uns und dem Boden. Erde ist Zeit.
Erde vermittelt uns sofort ein Gefühl für Zeit. Ein Gefühl für Verweilen, für stehen bleiben, für ankommen, für Heimat, für Sicherheit.

Man kann in Hast Erdung nicht wahr nehmen.

Viele haben heute sehr wenig Bezug zum Boden. Wir berühren Boden im Alltag so gut wie niemals direkt. Immer ist mindestens eine Schuhsohle dazwischen.

Eine Kundin berichtete mir einmal von einer Bergwanderung mit einer Freundin. Es ging entlang einer groben Schotterstraße in wenig steilem Gelände auf der ein zweispuriges Fahrzeug fahren konnte. Ihre völlig gesunde Freundin konnte sich kaum auf den Beinen halten. Sie wackelte unbeholfen vor sich hin, knickte ständig gefährlich mit Ihren Fußgelenken um und hatte Angst von der Straße zu fallen. Sie war einfach seit Jahren über keinen unebenen Boden, geschweige denn eine Wiese gegangen. Sie bewegte sich seit Jahren nur über Zimmerböden und Asphalt. Sie musste quasi das Gehen auf „natürlichem“ Untergrund erst wieder lernen.

Manchmal hat man leider wirklich den Eindruck, wir Zivilisationsmenschen sind wie Käfigtiere. Wir denken wir leben artgerecht, denn es wird alles für unser Wohlbefinden getan, damit wir noch gesünder und damit leistungsfähiger sind. Leider wissen wir oft gar nicht mehr, dass wir uns in für uns unnatürlichen Lebensumständen befinden.

Tun Sie das öfter. Gehen Sie über natürlichen Boden. Nicht nur im Urlaub am Strand (wo viele die Badelatschen nur zum Schwimmen ausziehen). Legen Sie sich draußen auf den Boden. Auch wenn es kitzelt und Sie schmutzig werden. Was soll´s. Das ist gut für Sie.

Nehmen Sie Ihre Umgebung spürend war.

Lassen Sie alle logischen Beobachtungen und Erklärungen.

Seien Sie einfach nur da.

Alles Gute!

Ihr

Jörg Romstötter 

 

Berg und Meer. Ein Gedanke zum Ende des Sommers.

Bergwandern boomt seit Jahren. Freizeit am Meer seit Jahrzehnten. Warum ist das so? Die Erholungswirkung ist dort besonders hoch. Ja schon, doch warum ist das so? Warum meinen wir uns am Berg und Meer besonders gut zu erholen? Man sagt auch Reizklima dazu. Ja schon, doch was reizt da so stark?

Die frische, saubere Luft, der veränderte Luftdruck, die vielen Sonnenstunden, eine andere Lebensweise, anderes Essen, einfach starke Kontraste zum Alltagsleben, …

Ja, das wird es wohl sein. Alles schön erklärbare Parameter unserer aufgeklärten Zeit.

Nur reicht das als Erklärung vollständig aus?

Wie steht es mit unserer Sehnsucht nach einer „heilen Welt“?
Mmh. Ja, aber doch alles Medien gemacht. Lila Kuh und Dolce Vita. Nur warum funktioniert das so gut? Keine einzige Marketingaktion würde funktionieren, wenn nicht Urbedürfnisse gekitzelt würden. Wenn da nicht etwas wäre, das sehnlichst danach lechzt endlich Gehör zu finden. Etwas das hinter dem ganzen Wust aus Stahl, Beton, Glas, Verkehr und Daten lebendigst zuckt. Dieses Etwas, das unser Kern ist: nämlich das Leben selbst. Unerklärbar, unbegründbar. Einfach da ist weil es ist.

Dieses Etwas, das wenigstens einmal im Jahr für die kurze Zeit von vielleicht zwei Wochen eine kleine Bluttransfusion erhält um im toten Alltag ein weiteres Jahr überdauern zu können. Dieses Etwas, das mittlerweile so lechzend verkrüppelt ist, dass es diese Heidi- und Lolita-Welten als Nahrung akzeptiert und sich daran ergötzt.

Und danach? Nach dem Urlaub? Wie fühlt es sich an? Wirklich voll? Wirklich kraftvoll? Wirklich aufgetankt? Oder ist nach zwei Wochen im Alltag die „Erholung“ fast wieder abgeklungen wie eine Entzündung?

Mit Erholung meine ich die ehrliche tiefe Ruhe und Kraft, die wir wie einen unumstößlichen Fels in der Brandung in uns wissen. Keine oberflächliche Windstille unter der ein heftiges Seebeben tobt. Kein aufgesetztes Lächeln den Kollegen und Nachbarn gegenüber ob der tollen Erholungswirkung fast bis Weihnachten.

Nur brauchen wir das gar nicht. Wir brauchen keine zwei Wochen an Betonstrand oder in der Halligalli-Hütte um uns zu erholen.

Denn wir brauchen keine Erholung.

Wer mit sich im Reinen lebt, braucht keine Erholung, da er sich nicht über Gebühr ausnimmt.

Wir brauchen Abwechslung, so dringend wie Wasser. Abwechslung die unsere Kraftspeicher auffüllt und uns mit seiner neuen Perspektive einen Kreativitätsschub verleiht. Wir brauchen Ehrlichkeit gegenüber uns selbst. Gegenüber dem was wir seit Jahrmillionen sind.

Und das ist einfach Zeit in der Natur. Ganz ohne Infrastruktur. Regelmäßig Zeit mit uns selbst in der großen Natur. Mehr ist nicht nötig.

Beim Herantasten hilft der Selbstlernkurs UrKraft.

Alles Gute!

Ihr

Jörg Romstötter